Sport und Bewegung bei MS

Sport und Bewegung bei MS

Sport ist immer gut

Wichtig ist, seine eigenen Grenzen kennen zu lernen und diese dann auch unbedingt einzuhalten. Bis an das Limit zu gehen kann eine Herausforderung sein, ist aber für den MS-Körper manchmal schon zuviel. Ratschläge gibt es viele; vor allem von Menschen, die man nicht nach einem Ratschlag gefragt hat. Sie meinen es nur gut; das ist klar. Wie schön wäre es dennoch, wenn sie ihre Ratschläge wirklich nur dann preisgeben, wenn sie gefragt werden. Vielleicht ist das dem Einen oder Anderen mal einen Gedankengang wert... Fakt ist: Jeder Mensch kennt seinen Körper und die Leistungen, die sein Körper bringen kann, am besten.

Der Spaß-Faktor steht im Vordergrund

Als  Jugendliche musste ich zum Haltungsturnen und ich habe jahrelang gedacht, es muss qualvoll sein, damit es auch etwas bringt. Inzwischen weiß ich es besser: Je angenehmer und fließender die Bewegungen sind, desto effektiver ist die sportliche Betätigung.

Wie bin ich zum Bogensport gekommen?

Ich persönlich würde die Frage „Was hat Dich beim Bogensport gehalten?" besser finden. Denn genau das ist es ja, was wir suchen. Etwas, das uns fesselt und dann auch dazu bringt, dabei zu bleiben. Nicht ständig auf der Suche zu sein und immer auf dem Sprung zum nächsten Kurs, Seminar oder Workshop. Ich finde das Ausprobieren sehr gut; irgendwann ist eine Entscheidung nicht nur sinnvoll, sonder auch sehr erlösend und hilfreich.

Bogensport als Spiegel meiner Seele

Jedesmal, wenn ich den Bogen aufbaue, ist es für mich wie eine Reise durch meinen Körper. Der obere Wurfarm steht für mich symbolisch für mein rechtes Bein und alles, was daran hängt - Fuß, Zehen, Knie, Hüfte. Mein unterer Wurfarm symbolisisert mir mein linkes Bein und ebenfalls alles, was daran hängt. Das Mittelstück meines Bogens ist für mich mein Rumpf; mit meinen Brüsten, meinem Bauchnabel, meiner Haut und meinen Körperhaaren. Beide Wurfarme werden auf das Mittelstück gesteckt und sobald ich meine Sehne aufspanne, steht mein Bogen (oberer und unterer Wurfarm sowie mein Mittelstück) unter Spannung.

Diese Spannung ist genau das, was mich beim Bogensport hält. Von dem Moment an, wo die Sehne eingespannt ist, ist die  Spannung da: Im Bogen, aber auch in meinem Körper. Ich baue meinen Bogen weiter auf und schraube meinen Mono-Stabilisator an das Mittelstück. Dieser Stabilisator steht für meinen Kopf; mit Augen, Nase, Mund, Ohren und Haaren. Meine Seitenstabilisatoren sind meine Arme (rechts und links) mit meinen Händen und meinen Fingern. Die Spannung, die sich nun vom Bogen auf meinen Körper überträgt, ist kaum noch auszuhalten. Mein Körper will nur noch einen Pfeil in diesen Bogen einlegen und schießen.  Bei keiner Betätigung, die zu 100 % aus menschlicher Kraft besteht, ist man schneller am Ziel als beim Bogenschießen. Was für ein Gefühl!

Körper, Geist und Seele sind vereint

Mein Bogen und mein Körper sind während des Aufbaus eine Symbiose eingegangen. Diese verstärkt sich nun, indem ich nach einem Aufwärm- und Koordinationstraining mit meinem Bogen „Achten" schwinge. Die Kraft, die sich dabei vom Bogen auf meinen Körper und zurück entwickelt, durchströmt mich. Ich bin nur noch glücklich und wenn es dann endlich soweit ist und ich meinen ersten Pfeil einlege, dann ist das Geräusch des Einnockens beruhigend, das Geräusch des Klickers erlösend und das Lösen und damit der Pfeilflug berauschend. Meine Droge heisst BOGENSPORT.

http://www.ms-meilenstein.de/home/termine

Sofia
Über die AutorInnen

Ein Weg zu sich im Fluss der eigenen Energie. Wer an Selbstheilung glaubt, lebt länger. Bogensport ist für mich heilsam - ich komme runter, vergesse meine Umwelt und bin mit mir im Reinen.

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